Geschichtliches zum Schwammerlturm
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1280
Der Schwammerlturm ist das letzte erhaltene Stadttor des mittelalterlichen Leoben. 1280 bezieht
sich auf jene Zeit, als die Verlegung der ursprünglichen Marktsiedlung, die im Gebiet direkt
unter dem Massenberg plaziert war, als mittelalterliche Stadtanlage in die Murschleife
vollendet war. Diese Verlegung wurde 1261 begonnen und als eine der ersten Anlagen entstand
dabei eine Wehranlage, die den Eingang zur Stadt von Westen her überwachte. 1512
1512 Erneuerung der mittelalterlichen Anlage.
1615
1615 wird die Anlage von Peter Carlone von Grund auf als Turm neu errichtet.
(1), (7),
Kultur-Geschichte Steiermark
.
Im
AEIOU - Online-Lexikon
wird 1616 als Errichtungsjahr des Mauttorturmes genannt, was aber mit allen anderen Quellen nicht
übereinstimmt.
1794
Der Turm hatte ursprünglich ein Spitzdach - siehe den nachstehenden alten Stich
Als einer der Gründe für die Ortsverlegung wird oft ein großer Brand 1268 in Alt-Leoben genannt.
Von diesem Brand weiß aber kein Chronist zu berichten.
Von Josef Freudenthaler, Eisen auf immerdar,(4), (5), wird als Grund für die Stadtverlegung
das Bestreben Ottokars von Böhmen angegeben, gegen den verschwörerischen Adel mit den Städten
Leoben und Bruck feste Stützpunkte zu errichten.
Die Ansicht, dass der Brand 1268 nicht belegbar ist, wird auch von P.Jakob Wicher (8) vertreten,
wiewohl dort ein anderer Grund für die Verlegung der Stadt genannt wird:
Zitat: "In der unruhigen Zeit des Zwischenreiches war kein Ort vor feindlichem Überfalle und Plünderung
sicher, daher die Städte mit Mauern und Gräben sich umgaben. Die alte Stadt Leoben war am Fuße des
Maßenbergs eingezwängt, und diese Lage hinderte die Schutzbauten. Man entschloß sich daher,
den Neubau nach Norden auf einer von der Mur gebildeten Halbinsel aufzuführen. ....1280 waren
die wichtigsten Bauten vollendet."
Der Spruch am Schwammerlturm ist also historisch nicht einwandfrei.

Vom "Spitzturm" zum "Schwammerlturm"
© by ZAMG Erdbebenforschung
Bei einem starken Beben am 6. Februar 1794 wurde das Dach des Turmes zerstört;
er erhielt dann das kuppelförmige Dach, das dem Turm seither seinen Spitznamen gibt:
SCHWAMMERLTURM
Eine ausführliche Darstellung dieses Ereignisses findet man auf den Seiten der
ZAMG Österreich / Erdbebenforschung
unter dem Menüpunkt "Forschung" und dann weiter unter "1794 Leoben" und "Steiermark".
1845
Renovierung des Turmes, bei der die neue Textschrift von Johann Max Tendler aufgebracht
wurde, die so auch von ihm stammen dürfte.
1903
Abstimmung im Gemeinderat über den Abbruch des Schwammerlturms: Mit einer Stimme Mehrheit (!)
wurde der Turm vor dem Abbruch bewahrt. Damit ereilte ihn nicht das Schicksal des Jakobsturms,
der schon 1841 dem Erdboden gleichgemacht worden war. 1926
Restaurierung des Turmes, bei der das Fresko auf der zur Stadt gewandten Seite bereits entfernt ist.
Das Motiv des Freskos war eine Kreuztragung, die schon 1795 von Dominik Schuster renoviert und
1880 wiederum erneuert worden war.
Wann das Fresko genau übertüncht wurde, konnte - bisher - nicht festgestellt werden. Auf
einer Postkarte aus 1900 ist das Fresko noch dargestellt; 1921 ist es verschwunden
(Siehe Postkarten in den "Alten Ansichten").
Weiters wurde damals der kaiserliche Adler und das Stadtwappen entfernt. 1954
Jüngste Restaurierung des Turmes.
Informatives zum Schwammerlturm
Der Text, der vorher den Turm gestaltete, lautete in etwa:
"Dieser Thurm ist im Jahre 1280 neu erbaut und nach der 6ten Hornung 1794 durch Erdbeben
erlittenen starken Beschädigung mit der Kuppel versehen worden".
Nach dem Zitat in den "Tagebbüchern von J.G. Karrer" hat der Spruch gelautet:
"Im Jahre 1280 ist dieser Turm von neuem erbaut; im Jahre 1615 und 1728 renoviert,
nach dem am 6.Februar 1794 ausgebrochenen Erdbeben aber mit der Kuppel versehen, dann im
Jahre 1822 wieder renoviert worden".
Bis auf eine Quelle (6) nennen alle anderen Zeugnisse 1903 als Jahr dieses
denkwürdigen Ereignisses.
Auch die Abtragung der eisernen Stiege - auf einer Postkarte 1921 noch zu sehen -
und der Durchbruch auf der von der Stadt aus gesehen rechten Seite des Turmes konnte
jahreszahlmäßig bisher nicht eindeutig zugeordnet werden.
Zumindest der Adler und die Versinschrift auf der Murseite blieben erhalten
(7).
Auf der Murseite findet sich der Doppeladler und das von
Prof. Friedrich Mayer-Beck gestaltete und von Malermeister Ramschek umgesetzte Spruchfeld
mit der Ergänzung von Josef Freudenthaler.
Auf der Stadtseite wurde das Stadtwappen und der österreichische Adler aufgebracht.
Der Schwammerlturm spielte in seiner Geschichte auch eine Rolle als Beobachtungspunkt
für Brände im Stadtgebiet.
In den Dokumenten zum Erdbeben 1794 - siehe Link weiter oben - wird der Schaden
"dieses der Stadt wegen Feuergefahrs=Übersicht nützlichsten Thurmes" beschrieben.
Es gab auch eine "Thürmer-Stube", wo noch in den 50er-Jahren eine Frau wohnte, mit der man einen
Besuch auf den Turm absprechen konnte.
Die Stadtfeuerwehr Leoben
erwähnt auf ihren Internetseiten, dass im Jahre 1847
der damalige Bürgermeister Graf eine Verordnung erließ, welche Alarmsignale festsetzte.
Vom Schwammerlturm aus wurden im Brandfalle Böllerschüsse abgegeben.
Der Schwammerlturm als altes Mauttor dient bei der aktuellen Ausstellung im MuseumsCenter Leoben
als symbolischer Zugang in alte Zeiten. Für eine Vergrößerung klicken Sie
bitte auf das Bild
Man findet eine Schützenscheibe aus dem Jahre 1880 mit dem
Schwammerlturm als Motiv: "Gedenkscheibe zur Erinnerung an die Jubiläumsfeier des
600-jährigen Bestandes der Stadt Leoben. Im August 1880."
Weiters ist das Uhrwerk, das in der "vorelektrischen" Zeit die Schwammerlturmuhr steuerte,
zu sehen.
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Wenn Sie das Museum einmal besuchen wollen - was unbedingt
empfehlenswert ist - können Sie sich auf den Leobner Seiten über die Besuchszeiten informieren.
1794 - das Jahr des großen Erdbebens - hat in Leoben noch eine Bedeutung DISCLAIMER: Der Gestalter dieser Seiten erklärt hiermit ausdrücklich, daß zum
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Hier eine Frage für Leoben-Kenner: Wo ist diese Tafel zu finden?
"Zur Zierde und Bequemlichkeit ihrer Vaterstadt
die Bürger Leobens
1794"
Für die Lösung klicken Sie bitte auf das Bild!
Haben Sie es gewußt?
Weitere Informationen zum Schwammerlturm und alte Ansichten:
Hier finden Sie die Quellenangaben zur Geschichte des Schwammerlturms
,die natürlich auch mit der Geschichte Leobens eng verbunden ist.
Auch alte Ansichten
des Schwammerlturms wurden gesammelt: Fotos, Gemälde, Stiche....
Falls Sie weitere Quellen wissen oder hier einen Link gesetzt haben wollen: Bitte ein Email an
diese Adresse zu senden.
Besten Dank für jede Information.